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Das Westjordanland und der Gazastreifen bilden, trotz territorialer und politischer Spaltung, zusammen die Palästinensischen Autonomiegebiete. Palästinenser in diesen Gebieten identifizieren sich nicht als Israelis und haben, bis auf wenige Ausnahmen im Westjordanland, auch keine israelische Staatsbürgerschaft. 

Währenddessen leben innerhalb Israels heute rund zwei Millionen Palästinenser mit israelischer Staatsbürgerschaft. Die Menschen in der Region blicken dabei zurück auf eine komplexe Geschichte voller Krisen und Kriege. Nach der Gründung des Staates Israels am 14.05.1948 wurde das Land von den Armeen Ägyptens, Transjordaniens, Syriens, des Libanon sowie des Irak angegriffen. Der junge Staat konnte sich in diesem Unabhängigkeitskrieg behaupten.

1949 kam es unter der Vermittlung der UN zu mehreren bilateralen Waffenstillstandsabkommen zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn, die den UN-Teilungsplan von 1947 allerdings weiterhin ablehnten. Das Westjordanland wurde dennoch zunächst unter jordanische Kontrolle gestellt, der Gazastreifen unter ägyptische Herrschaft. Beide Gebiete wurden so zu den territorialen Einheiten, die wir heute kennen.

Die territoriale Trennung ging allerdings nicht direkt mit der heutigen politischen Spaltung einher. Jassir Arafat gründete 1959 die säkular-nationalistische Fatah-Partei. Sie wurde schnell zur stärksten Fraktion der 1964 gegründeten Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO). Zunächst als militante Guerilla-Organisation gegründet, wandte die PLO sich im Zuge des Osloer Friedensprozesses in den 1990er Jahren vom Terrorismus ab.

Das Problem: Obwohl die PLO sich seit jeher als alleiniger Interessensvertreter der Palästinenser versteht, war dies faktisch nie so. Im Gazastreifen war von Beginn an die Muslimbruderschaft einflussreich, die sich für islamische Reformen und gegen Fremdbestimmung einsetzte. Im Zuge der ersten Intifada 1987 gründete sich die Hamas als ihr radikaler Ableger, der anstrebt Israel auszulöschen und durch einen islamischen Staat zu ersetzen.

Als nach dem Tod des PLO-Gründers Arafat 2004 ein Machtvakuum innerhalb der palästinensischen Bewegung entstand, füllte die Hamas dies erfolgreich und gewann die Wahlen 2006 im Westjordanland und Gaza überraschend mit absoluter Mehrheit. Im darauffolgenden Jahr kam es zum blutigen Bruch zwischen Hamas und Fatah.

Seither kontrolliert die radikal-islamistische Terrororganisation Hamas den Gazastreifen, während die Fatah-Partei unter Präsident Abbas im Westjordanland regiert. In beiden Gebieten gab es seit 2006 keine Wahlen mehr.

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