EURE FRAGE

Warum wissen Christen so wenig über das Judentum, obwohl das Alte Testament auch Teil ihrer Religion ist?

FRAGEN TEILEN
UNSERE ANTWORT

Trotz gemeinsamer Schriften wurde das Judentum im Christentum lange abgelehnt, was Vorurteile, Hass und Unwissen förderte.

Das Judentum wurde von Christen oft als “Vorstufe” des Christentums betrachtet. Schon in der frühen Kirche gab es Bestrebungen, das Alte Testament aus dem Christentum zu verbannen. Während der Reformation vertieften sich die Unterschiede: Protestanten konzentrierten sich auf das Neue Testament, während das katholische Konzil von Trient beide Testamente als integralen Bestandteil der Bibel bestätigte.

Im Mittelalter wurde diese theologische Entwertung durch machtpolitische und soziale Ausgrenzung verschärft. Kirchlich legitimierter Antijudaismus führte zu Diskriminierung, Zwangstaufen, Berufsverboten, Pogromen und öffentlichen Demütigungen. Jüdinnen und Juden galten als „Gottesmörder“, als Bedrohung oder moralisch unterlegene Gruppe, eine Sichtweise, die durch Predigten, Kirchenkunst (z. B. die bekannten Darstellungen von Ecclesia und Synagoga) und Gesetzgebung verankert wurde. Auch Martin Luther trug dazu bei: Nach anfänglicher Offenheit gegenüber Jüdinnen und Juden forderte er in späten Schriften die Vertreibung von Juden und die Zerstörung ihrer Gotteshäuser und Bücher.

Erst im 20. Jahrhundert, insbesondere nach der Shoah, setzte ein langsamer Wandel ein. Einige Kirchen begannen, ihre Mitschuld an antisemitischer Gewalt zu reflektieren und neue Formen des christlich-jüdischen Dialogs zu entwickeln. Auch gibt es heute christliche Organisationen, die sich für Solidarität mit dem jüdischen Volk und dem Staat Israel einsetzen. Sie engagieren sich mit Bildungsprogrammen, theologischen Neuansätzen und zivilgesellschaftlichen Projekten gegen Antisemitismus und für ein besseres Verständnis des Judentums innerhalb christlicher Gemeinden. Doch diese Bemühungen stehen oft noch im Schatten der tief verwurzelten historischen Entfremdung.

Weiterführende Informationen:

Fragen und Antworten

Fragen gegen Hass, Diskriminierung und Unwissen

Die 20 Hauptfragen und -antworten der Kampagne Fragemauer wurden von ELNET als Kampagne von Nichtjuden für Nichtjuden gemeinsam mit anderen Partnern und einem unabhängigen Beratungsgremium, dem verschiedenste jüdische wie nichtjüdische Stimmen angehören, abgestimmt. Alle darüber hinausgehenden, auf dieser Website veröffentlichten Fragen und Antworten werden alleinig von ELNET beantwortet und verantwortet.

Herz
Zur Antwort
Zur Antwort
Zur Antwort
Zur Antwort
Zur Antwort
Ist Mazze ein jüdischer Jungenname?
Zur Antwort
Zur Antwort
Zur Antwort
Warum gibt es den modernen Staat Israel?
Zur Antwort
Zur Antwort
Sagen Juden auch Schalömchen?
Zur Antwort
Zur Antwort
Zur Antwort
Zur Antwort
Ist der Bagel eine jüdische Erfindung?
Zur Antwort
Essen Juden auch Cheeseburger?
Zur Antwort
Es sind keine weiteren Fragen vorhanden

Weitere Fragen gegen Hass

Ist es antisemitisch, Israel für den Umgang mit den Palästinensern zu kritisieren?
Kann man Ivrit lernen?
Gibt es die Tora-Wochenabschnitte auch als Hörversion?
Was sah der Beschluss der UN für die in Israel ansässige arabische Bevölkerung vor?
Dürfen geschiedene Juden erneut (religiös) heiraten?
Was ist Chuzpe und wo bekommt man das?
Wie (lange) trauert man im jüdischen Glauben?
Gelten religiöse Bekleidungsvorschriften auch für jüdische Kinder?
Wieso sind eigentlich so viele Juden Comedians?
Seit wann gibt es Juden in Deutschland?
Kann man jüdisch und kurdisch sein?
Kann man aus dem Judentum austreten? 
Wie werden Juden beerdigt?
Leitet sich das Recht auf Menschenwürde aus der Thora ab?
Wo beten Juden, wenn sie keine Synagoge haben?
Wer oder was definiert, wer ein Jude ist?
Was kann ich antworten, wenn ein kleines Kind mich fragt: „Warum hassten die Nazis die Juden?“
Kann man zum Judentum konvertieren?
Sind alle jüdischen Männer beschnitten?
Wie viele Juden leben in Deutschland? 
Seit wann gibt es Juden?
Begeht Israel einen Genozid an den Palästinensern?
Wer hat die Sufganiyot erfunden?
Wie steht das Judentum zu Homosexualität?
Weshalb ist ein Davidstern auf der Flagge Israels?
Sind Juden ein Volk oder eine Religionsgemeinschaft?
Wieso geben ultraorthodoxe jüdische Männer Frauen nicht die Hand?
Stellen Juden auch Weihnachtsbäume auf?
Betrifft Antisemitismus nicht auch andere „Semiten“, wie Araber oder Aramäer?
Gab es Juden in der DDR?
Wer war Henriette Julie Herz?
Was ist das größte Problem beim Thema Antisemitismus?
Was ist ein Kibbuz?
Dürfen Juden am Schabbat tanzen?
Wie steht das Judentum zu Schwangerschaftsabbrüchen?
Warum sitzen in der Synagoge Frauen und Männer getrennt?
Kennt ihr einen guten (also nicht antisemitischen) Judenwitz?
Was bedeuten die Schnüre an der Kleidung jüdischer Männer?
Sind Muslime für den aktuellen Antisemitismus in Deutschland verantwortlich?
Wie viele Stolpersteine gibt es?
Darf eine praktizierende Jüdin einen Muslim heiraten?
Ist es überhaupt möglich, sich mit der derzeitigen israelischen Regierung über Antisemitismus zu unterhalten?
Woher kommt der Vorwurf, dass Juden Kindermörder seien?
Ist der aktuelle Antisemitismus in Deutschland importiert?
Nach der IHRA-Definition ist es antisemitisch, die Existenz des Staates Israel ein rassistisches Unterfangen zu nennen. Wie darf ich dann Ben-Gvir und Smotrich kritisieren, die eine rassistische Politik fordern?
Warum werden bereits Babys beschnitten?
Was ist der Unterschied zwischen Zionisten und Juden?
Wie viele der 1.147 judenfeindlichen Vorfälle in Österreich im Jahr 2023 haben arabischen Hintergrund?
Es sind keine weiteren Fragen vorhanden
Eine Initiative von ELNET

Die Fragemauer

Mit Unterstützung verschiedener Medienpartner und dem Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben und dem Kampf gegen Antisemitismus Dr. Felix Klein sammeln, veröffentlichen und beantworten wir Fragen zum Judentum. Wir wollen damit Wissen, Verständnis und Nähe schaffen und gegen Hass, Diskriminierung und Unwissen antreten.

Schalömchen
Folge uns

Unsere Social Media Kanäle

Hütchen
Spenden

Unterstützen Sie unsere Arbeit

Wir würden uns sehr freuen, wenn auch Sie unsere Arbeit unterstützen würden. ELNET ist als gemeinnützig anerkannt. Ihre Spende ist entsprechend steuerrechtlich abzugsfähig.

Spenden

Unterstützen Sie unsere Arbeit

Wir würden uns sehr freuen, wenn auch Sie unsere Arbeit unterstützen würden. ELNET ist als gemeinnützig anerkannt. Ihre Spende ist entsprechend steuerrechtlich abzugsfähig.