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Ist Zuwanderung für den Antisemitismus in Österreich verantwortlich?

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75 Prozent der antisemitischen Straftaten in Österreich werden von österreichischen Staatsbürgern begangen, während 25 Prozent auf Täter ohne österreichischen Pass entfallen.

Die umfassendste und zentrale Erfassung antisemitischer Vorfälle in Österreich erfolgt durch die Israelitische Kultusgemeinde Wien (IKG). Diese erfasste im Jahr 2023 1.147 antisemitische Vorfälle, wobei die Zuordnung der Vorfälle nach ideologischem Hintergrund erfolgt und nicht nach Staatsbürgerschaft. Der Hate Crime Lagebericht 2023 des österreichischen Innenministeriums bietet hingegen eine detaillierte Analyse vorurteilsmotivierter Straftaten in Österreich unter Angabe nationaler Zugehörigkeit der Tatverdächtigen. 

Laut Bericht wurden 263 antisemitische Straftaten registriert, was 38 Prozent aller religiös motivierten Hate Crimes ausmacht. Davon wurden 75 Prozent österreichischen Staatsbürgern zugeschrieben. Die häufigsten Delikte unter den antisemitischen Straftaten waren Verstöße gegen das Verbotsgesetz (125 Fälle), Sachbeschädigungen (47 Fälle) und Verhetzung (43 Fälle). Zudem waren die Tatverdächtigen überwiegend männlich (83 Prozent) und jünger als 25 Jahre.

Diese Zahlen bedeuten jedoch nicht, dass Antisemitismus durch Zuwanderung kein relevantes Thema ist. Eine Studie des österreichischen Parlaments aus dem Jahr 2025 zeigt, dass antisemitische Einstellungen unter Personen mit türkischen oder arabischen Wurzeln stärker verbreitet sind als in der Gesamtbevölkerung. Beim israelbezogenen Antisemitismus stimmen 45 Prozent der Befragten mit türkischem oder arabischem Hintergrund der Aussage zu, dass ohne Israel Frieden im Nahen Osten herrsche – in der Gesamtbevölkerung nur 14 Prozent.Die neue Österreichische Bundesregierung geht auf dieses Thema beispielsweise durch die „Stärkung der Nationalen Strategie gegen Antisemitismus“ im Koalitionsvertrag ein. Nur durch die detaillierte Berücksichtigung aller relevanten Faktoren in den Statistiken – seien es Staatsbürgerschaft, Ideologie oder gesellschaftlicher Kontext – kann ein vollständiges Bild des Problems gewonnen werden. Diese Grundlage ist entscheidend, um gezielt und effektiv gegen Antisemitismus in all seinen Erscheinungsformen vorzugehen.

Weiterführende Informationen:

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Die 20 Hauptfragen und -antworten der Kampagne Fragemauer wurden von ELNET als Kampagne von Nichtjuden für Nichtjuden gemeinsam mit anderen Partnern und einem unabhängigen Beratungsgremium, dem verschiedenste jüdische wie nichtjüdische Stimmen angehören, abgestimmt. Alle darüber hinausgehenden, auf dieser Website veröffentlichten Fragen und Antworten werden alleinig von ELNET beantwortet und verantwortet.

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