EURE FRAGE

Warum wird das Jüdischsein nur von der Mutter vererbt?

FRAGEN TEILEN
UNSERE ANTWORT

Im traditionellen Judentum gilt eine Person als jüdisch, wenn die Mutter Jüdin ist – eine Regel, die sich aus rabbinischen Auslegungen der Spätantike (ab ca. 200 n. d. Z.) ableitet. Historisch diente diese Regel vor allem dem Schutz von Kindern bei unklarer Vaterschaft.

Die Frage, warum das Jüdischsein nach dem jüdischen Religionsgesetz, der Halacha, über die Mutter vererbt wird, führt tief in die jüdische Religionsgeschichte und Rechtstradition. Während in der Hebräischen Bibel oft die väterliche Linie betont wird, etablierte sich in talmudischer Zeit (ca. 200–500 n. d. Z.) eine Regelung, die das Jüdischsein über die Mutter vererbt. Eine zentrale Quelle hierfür ist die talmudische Stelle Kidduschin 68b, in der erklärt wird, dass die Identität der Mutter eindeutig bestimmbar sei – im Gegensatz zu der des Vaters. Gerade in Zeiten, in denen Jüdinnen systematischer Gewalt und Vergewaltigung ausgesetzt waren, gewährte diese Regel einen Schutz: Kinder jüdischer Mütter wurden als jüdisch anerkannt und in die Gemeinschaft aufgenommen – unabhängig von der Herkunft des Vaters.

Heute ist diese Regelung Gegenstand intensiver innerjüdischer Debatten. In liberalen und reformierten Strömungen werden häufig auch Kinder jüdischer Väter als jüdisch anerkannt, sofern sie jüdisch erzogen wurden. Orthodoxe und konservative Strömungen dagegen halten an dem jüdischen Religionsgesetz fest.

Aus mehrheitsgesellschaftlicher Perspektive ist es wichtig zu verstehen, dass Menschen mit jüdischem Familienhintergrund unabhängig von Fremd- oder Selbstdefinition häufig antisemitischer Diskriminierung und Anfeindungen ausgesetzt sind.

Weiterführende Informationen:

Fragen und Antworten

Fragen gegen Hass, Diskriminierung und Unwissen

Die 20 Hauptfragen und -antworten der Kampagne Fragemauer wurden von ELNET als Kampagne von Nichtjuden für Nichtjuden gemeinsam mit anderen Partnern und einem unabhängigen Beratungsgremium, dem verschiedenste jüdische wie nichtjüdische Stimmen angehören, abgestimmt. Alle darüber hinausgehenden, auf dieser Website veröffentlichten Fragen und Antworten werden alleinig von ELNET beantwortet und verantwortet.

Herz
Zur Antwort
Gibt es im israelischen Parlament nur Juden?
Zur Antwort
Zur Antwort
Gibt es ein jüdisches Tinder?
Zur Antwort
Spielen Israelis auch die Reise nach Jerusalem?
Zur Antwort
Kann man jüdisch & arabisch sein?
Zur Antwort
Zur Antwort
Zur Antwort
Zur Antwort
Essen Juden auch Cheeseburger?
Zur Antwort
Zur Antwort
Zur Antwort
War schon mal ein Jude auf dem Mond?
Zur Antwort
Zur Antwort
Zur Antwort
Zur Antwort
Es sind keine weiteren Fragen vorhanden

Weitere Fragen gegen Hass

Ist Antisemitismus nicht zu gefährlich, als dass man ihm mit so unterkomplexen Antworten wie bei der Fragemauer begegnen sollte?
Was ist die Kabbala?
Ist es antisemitisch, wenn jüdische Israelis Israel verlassen und in Deutschland leben? Schließlich ist Israel doch die Zuflucht der Juden. Widersprechen diese Israelis dann nicht unserer deutschen Staatsräson?
Was ist das größte Problem beim Thema Antisemitismus?
Kann man Jude und Christ sein?
Warum klingen viele jüdische Namen deutsch?
Sind Zigaretten koscher?
Wie ist im Judentum die Vorstellung von einem Leben nach dem Tod? Gibt es eine, mehrere oder versucht man diese bewusst nicht festzulegen?
Warum sitzen in der Synagoge Frauen und Männer getrennt?
Haben Juden die Pyramiden von Ägypten gebaut?
Wurden palästinensische Flüchtlinge jemals entschädigt?
Müssen Juden in Deutschland am Schabbat arbeiten?
Identifizieren sich Juden als BIPoC?
Gibt es auch in Deutschland ein ultraorthodoxes Judentum? Wenn ja, in welcher Ausprägung?
Was ist der Chassidismus?
Betrifft Antisemitismus nicht auch andere „Semiten“, wie Araber oder Aramäer?
Wie stehen Juden dem Thema künstliche Befruchtung gegenüber?
Welchen Israel-Reiseführer können Sie empfehlen?
Warum heißt es der „jüdische“ Staat Israel?
Gibt es Social-Media-Plattformen speziell für Juden?
Was sind Stolpersteine?
Kann man in Israel standesamtlich heiraten?
Wie (lange) trauert man im jüdischen Glauben?
Wie viele Wörter gibt es im Hebräischen?
Wie viele Juden leben in Deutschland? 
Warum schreiben viele Menschen jüdischen Glaubens in Texten das Wort "Gott" als G-tt?
Stimmt es, dass man einen Rabbi nicht berühren darf und warum?
Wieso leben so viele Israelis in Berlin?
Gibt es Schabbat-Kleidung?
Gab es Juden in der DDR?
Wie steht das Judentum zur Evolutionstheorie?
Warum unterstützt die EU das Hamas-Gebiet finanziell?
Wie viele verschiedene jüdische religiöse Strömungen gibt es auf der Welt?
Sind alle Juden „weiß“?
Weshalb ist ein Davidstern auf der Flagge Israels?
Kann man als Deutscher nach Israel einwandern?
Gibt es eine Zwei-Staaten-Lösung, um den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern zu beenden?
Warum gelten Frauen an bestimmten Tagen als „unrein“ und was dürfen sie in dieser Zeit nicht tun?
Wie geht der jüdische Glaube mit Schuld/Sünde um? 
Wieso geben ultraorthodoxe jüdische Männer Frauen nicht die Hand?
Wie können jüdische Patienten kultursensibel behandelt werden?
Wie sieht eine traditionelle jüdische Hochzeit aus?
Wo werden die Rinder in Deutschland geschächtet, die für das koschere Essen benötigt werden?
Warum tragen große deutsche Konzerne immer noch keine Verantwortung für Verbrechen an Juden im Zweiten Weltkrieg?
Sind Juden ein Volk oder eine Religionsgemeinschaft?
Wie steht das Judentum zu Suizid?
Kann man zum Judentum konvertieren?
Es sind keine weiteren Fragen vorhanden
Eine Initiative von ELNET

Die Fragemauer

Mit Unterstützung verschiedener Medienpartner und dem Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben und dem Kampf gegen Antisemitismus Dr. Felix Klein sammeln, veröffentlichen und beantworten wir Fragen zum Judentum. Wir wollen damit Wissen, Verständnis und Nähe schaffen und gegen Hass, Diskriminierung und Unwissen antreten.

Schalömchen
Folge uns

Unsere Social Media Kanäle

Hütchen
Spenden

Unterstützen Sie unsere Arbeit

Wir würden uns sehr freuen, wenn auch Sie unsere Arbeit unterstützen würden. ELNET ist als gemeinnützig anerkannt. Ihre Spende ist entsprechend steuerrechtlich abzugsfähig.

Spenden

Unterstützen Sie unsere Arbeit

Wir würden uns sehr freuen, wenn auch Sie unsere Arbeit unterstützen würden. ELNET ist als gemeinnützig anerkannt. Ihre Spende ist entsprechend steuerrechtlich abzugsfähig.