„Tacheles“ ist jiddisch und steht für offenes, direktes Sprechen ohne Umschweife. Es stammt aus dem Hebräischen und bedeutet ursprünglich „Zweck“ oder „Ziel“.
Das jiddische Wort „Tacheles“ (תּכלית, takhles) bezeichnet eine klare, unverhüllte Art zu sprechen. Es geht auf das hebräische „taḵlīṯ“ zurück, das „Zweck“, „Ende“ oder „Ziel“ bedeutet. Über das Jiddische wurde der Begriff Teil der deutschen Alltagssprache und ist deutschlandweit üblich. „Tacheles reden“ meint dabei, Dinge direkt und ohne Umschweife anzusprechen – also „Klartext zu reden“.
Genauso wie der Begriff Chuzpe (kühn, frech, dreist). und andere jiddische Wörter hat sich auch der Ausdruck „Tacheles“ fest in den deutschen Sprachgebrauch integriert. Die Bedeutung des Begriffs lässt sich auch daran erkennen, wie regelmäßig er in der deutschen Medien- und der Kulturlandschaft aufgegriffen wird. So trug eine politische Talkshow im Sender Phoenix den Titel „Tacheles“. Ebenso sendet Deutschlandfunk Kultur ein Format namens „Tacheles“, das damit wirbt, dass eine halbe Stunde Klartext gesprochen wird.
Im Jahr 2026 findet das „Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen“ unter dem Motto „Tacheles“ statt. Dieses Themenjahr möchte – 100 Jahre nach der Gründung des ersten sächsischen Landesverbandes der jüdischen Gemeinden – der breiten Öffentlichkeit einen vereinfachten Zugang zur jüdischen Geschichte und zu ihrer kulturellen Bedeutung für Sachsen ermöglichen. Besuchen Sie die vielfältigen Veranstaltungen und gewinnen Sie dabei eindrucksvolle Einblicke in das lebendige jüdische Leben in Sachsen.
Weiterführende Informationen:
Gutknecht, Christoph: „Reden wir Tacheles”, 08.04.2013, in Jüdische Allgemeine
Schoeps, Daniel: „Zauberwelt der Zwischenzeit“, 23.11.2008 in Der Spiegel