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Ja, genauso viel oder wenig wie alle anderen, die in Sachsen oder einer sächsisch sprechenden Umgebung aufgewachsen sind.

Ob jemand sächselt, hängt nicht von der Religion ab, sondern davon, wo man aufgewachsen ist. Jüdinnen und Juden, die in Dresden, Leipzig oder Chemnitz groß wurden, sprechen genau wie ihre nicht-jüdischen Nachbarinnen und Nachbarn. Die Synagoge wird dabei schnell zur „Synagoege“. Dialekte entstehen durch die Umgebungssprache und die Aufenthaltsdauer. Konfession oder Herkunft spielen dabei keine Rolle.

Aktuell gibt es ca. 2.700 potentiell sächselnde Juden. Zumindest ist dies die Anzahl der jüdischen Gemeindemitglieder in Dresden, Leipzig und Chemnitz. Doch jüdisches Leben hat in Sachsen eine lange Geschichte, die bis weit ins Mittelalter zurückreicht. Vor dem Holocaust lebten hier über 20.000 Juden. Im Jahr 1946 waren es nur noch 4.000 – viele davon Überlebende aus Konzentrationslagern, Rückkehrer aus dem Exil oder sogenannte „Displaced Persons“, vor allem aus Osteuropa. Nach 1946 sank die Zahl stark, weil viele Überlebende Deutschland verließen und nach Israel oder in die USA auswanderten. 

Unmittelbar nach der Befreiung gründeten im Mai 1945 vierundzwanzig Leipziger Holocaust-Überlebende die Israelitische Religionsgemeinde neu. In der DDR blieb jüdisches Leben jedoch prekär, denn Jüdinnen und Juden erfuhren Diskriminierung und Ausgrenzung. Wie auch andere religiös lebende Menschen sah sich die jüdische Gemeinschaft politischer Beobachtung und Repression ausgesetzt. Auch das angespannte Verhältnis der DDR zu Israel wirkte sich auf Jüdinnen und Juden aus, da sie unter dem Verdacht standen, mit Israel zu sympathisieren. Die Mitgliederzahlen sanken durch Überalterung und Auswanderung kontinuierlich auf nur noch 385 zum Ende der DDR.

Weiterführende Informationen: 

Held, Steffen: „Juden in Leipzig – ein historischer Überblick“, o.D., in Israelitische Religionsgemeinde Leipzig

Offenberg, Ulrike: „Juden und Jüdinnen in der Sowjetischen Besatzungszone und in der DDR”, 11.05.2021, in Bundeszentrale für politische Bildung

Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden: „Der jüdische Landesverband mit Tradition”, o.D.

Zentralrat der Juden in Deutschland: „Herausforderung und Chance – Integration der jüdischen Zuwanderer“, o.D.

Fragen und Antworten

Fragen gegen Hass, Diskriminierung und Unwissen

Die 20 Hauptfragen und -antworten der Kampagne Fragemauer wurden von ELNET als Kampagne von Nichtjuden für Nichtjuden gemeinsam mit anderen Partnern und einem unabhängigen Beratungsgremium, dem verschiedenste jüdische wie nichtjüdische Stimmen angehören, abgestimmt. Alle darüber hinausgehenden, auf dieser Website veröffentlichten Fragen und Antworten werden alleinig von ELNET beantwortet und verantwortet.

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Mit Unterstützung verschiedener Medienpartner und dem Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben und dem Kampf gegen Antisemitismus Dr. Felix Klein sammeln, veröffentlichen und beantworten wir Fragen zum Judentum. Wir wollen damit Wissen, Verständnis und Nähe schaffen und gegen Hass, Diskriminierung und Unwissen antreten.

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