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Die Eierschecke kann koscher sein, ist es aber nicht automatisch. Entscheidend ist, ob alle Zutaten koscher sind und die Zubereitung nach den jüdischen Speisegesetzen erfolgt.

Damit eine Mahlzeit „koscher“, das heißt erlaubt ist, dürfen zum Beispiel Milch und Fleisch nicht zusammen zubereitet und gegessen werden. So müsste man bei einer industriell gefertigten Eierschecke darauf achten, dass z.B. keine tierische Gelatine verwendet wird und die verwendeten Maschinen keine nicht-koscheren Lebensmittel verarbeiten. Koschere, industriell gefertigte Lebensmittel sind durch bestimmte Symbole (z.B. OU oder Kof-K) erkennbar oder werden auf Listen von Rabbinaten geführt. 

Für eine selbst gebackene, koschere Eierschecke müssten alle beteiligten Zutaten, die industriell verarbeitet sind, ein Koscher-Zertifikat haben. Streng genommen müssen auch als „parve“ – also weder fleischig noch milchig und somit neutral geltende Lebensmittel, wie zum Beispiel Mehl oder Eier, ein Koscher-Zertifikat haben, sobald sie industriell verpackt werden. 

Einige Juden halten sich streng an die Kaschrut, die jüdischen Speisegesetze, lassen zwischen dem Essen von Fleisch und Milch eine feste Anzahl von Stunden vergehen und besitzen unterschiedliche Küchenutensilien, um Milch- und Fleischprodukte zuzubereiten. Andere befolgen die Kaschrut lockerer oder halten sich gar nicht an die Speisevorschriften. 

Generell spielen milchige Speisen wie die Eierschecke besonders beim Feiertag Schawuot eine Rolle. Schawuot erinnert an die Offenbarung der Tora am Berg Sinai und wird etwa sieben Wochen nach Pessach gefeiert. Eine verbreitete Deutung für den erhöhten Milchkonsum an Schawuot ist, dass die Israeliten nach dem Empfang der Speisegesetze zunächst nur milchige Speisen zubereiten konnten. 

Weiterführende Informationen: 

Rosenkranz, Michael: „Kaschrut – Die jüdischen Speisevorschriften“, 12.12.2013, in talmud.de

Guski, Chajm: „Schawuot – Fest der Tora”, 03.06.2022 in Jüdische Allgemeine

Evangelische Publizistik (GEP) gGmbH: „Schawuot – erinnert an den Empfang der Tora“, in Religionen entdecken

Fragen und Antworten

Fragen gegen Hass, Diskriminierung und Unwissen

Die 20 Hauptfragen und -antworten der Kampagne Fragemauer wurden von ELNET als Kampagne von Nichtjuden für Nichtjuden gemeinsam mit anderen Partnern und einem unabhängigen Beratungsgremium, dem verschiedenste jüdische wie nichtjüdische Stimmen angehören, abgestimmt. Alle darüber hinausgehenden, auf dieser Website veröffentlichten Fragen und Antworten werden alleinig von ELNET beantwortet und verantwortet.

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