Die Tora wird als Offenbarung und Ausdruck des Willens Gottes betrachtet. Es ist die Aufgabe der Rezipienten sie zu interpretieren. Insbesondere in der traditionellen Orthodoxie liegt die Deutungshoheit jedoch bei den jeweiligen Rabbinern der jüdischen Gemeinde, die dadurch auch eine beträchtliche Autonomie in der Auslegung der Tora besitzen.
Die Deutungshoheit über die Tora wird von verschiedenen Gruppierungen im Judentum auf unterschiedliche Weise beansprucht. Angesichts der vielfältigen und heterogenen Ausrichtungen des Judentums, die in ihrem religiösen Verständnis stark variieren können existiert keine einheitliche Autorität, die von allen religiösen Gruppierungen akzeptiert wird. Alle wichtigen Fragen, sei es religiöser Natur oder bezüglich der allgemeinen Lebensführung, fallen in den Zuständigkeitsbereich der rabbinischen Tradition.
Das Reformjudentum hingegen hat eine kritischere Herangehensweise. Für reformorientierte und liberale Strömungen spielt das individuelle Gewissen eine bedeutende Rolle. Sie betrachten die Tora als ein Schriftwerk, das sich im Laufe der Jahrhunderte entwickelt hat und daher unterschiedlich interpretiert werden kann.
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