Im Judentum ist das Bedecken des Hauptes ein Zeichen von Respekt vor Gott, während es bei Christen, insbesondere bei Männern, als respektvoll gilt, den Kopf unbedeckt zu lassen.
Sowohl im Judentum als auch im Christentum ist die Kopfbedeckung mit Respekt vor Gott verbunden. Dies wird allerdings unterschiedlich aufgefasst: Während im Judentum bei Männern das Bedecken des Hauptes Respekt vor Gott symbolisiert, ist es im Christentum üblich, die Kopfbedeckung beispielsweise beim Kirchenbesuch abzunehmen. ImTalmud selbst gibt es kein verbindliches Gebot, dass Männer eine Kopfbedeckung tragen müssen. Es wird dort lediglich erzählt, dass Gelehrte ihren Kopf bedecken, um Ehrfurcht vor Gott zu zeigen. Die Praxis entwickelte sich somit aus einem Brauch der Ehrfurcht, der später in vielen Gemeinden zur festen Tradition wurde.
Insbesondere an Gebetsorten, wie beispielsweise Synagogen, ist es wichtig eine Kopfbedeckung, meist eine Kippa, zu tragen. Viele orthodoxe Juden tragen auch im Alltag eine Kopfbedeckung. Neben der Kippa können es auch Hüte oder Strejml (bei ultraorthodoxen Juden) sein. Um Anfeindungen in der Öffentlichkeit zu entgehen, tragen einige Juden Baseball-Caps und verbergen die Kippa darunter.
Für jüdisch-orthodoxe Frauen ist das Bedecken der Haare in der Öffentlichkeit im Talmud verankert und gilt als Zeichen der Sittlichkeit, besonders nach der Heirat.
Die Auffassung im Judentum, dass Männer eine Kopfbedeckung tragen müssten, könnte historisch auf die Abgrenzung zu Christen hindeuten: Apostel Paulus schrieb im 1. Korintherbrief, dass Männer beim Beten ihr Haupt nicht bedecken sollen.
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