Die Kaschrut, also die jüdischen Speisegesetze, spielen auch noch heute eine zentrale Rolle in der religiösen Praxis und Spiritualität vieler Juden. Das Einhalten göttlicher Gebote wirkt identitätsstiftend und stärkt das Gemeinschaftsgefühl.
Die Grundlage der jüdischen Speisegesetze findet sich in der Tora, die Gründe für die Entstehung sind allerdings unklar. Einige der Speisegesetze könnten gesundheitliche Vorteile gehabt haben, insbesondere in der Antike. Zudem fördern sie das Bewusstsein für das kulturelle Erbe und die Traditionen, die über Generationen weitergegeben wurden, sowie Disziplin und Achtsamkeit im täglichen Leben.
Auch Ethik spielt eine Rolle, so ist man bei einer koscheren Tierhaltung grundsätzlich dazu verpflichtet, darauf zu achten, dass es dem Tier gut geht und es bei der Schächtung möglichst keine Schmerzen empfindet. Zudem können die klaren Regeln und Speisevorschriften eine gewisse Achtsamkeit im Konsum fördern. Schätzungen zufolge nehmen heute weltweit vier von zehn Juden nur koscheres Essen zu sich. Auch viele Muslime kaufen Lebensmittel mit dem „Koscher“ Zertifikat, da alle koscheren Fleischprodukte auch als Halal („erlaubt“) gelten.
Weiterführende Informationen:
- HaGalil: „Tendenz steigend: Vier von zehn Juden halten sich an die jüdischen Speisegesetze“, 14.02.2010.
- Katlewski, Heinz-Peter: „Die religiösen Speisegesetze im Judentum von heute“, 03.01.2014, in Deutschlandfunk.
- Reichardt, Lars: „Die Regeln vom koscheren Essen sind nicht logisch“, 02.12.2014, in Süddeutsche Zeitung Magazin.