Moses Mendelssohn war ein jüdischer Philosoph. Den Großteil seines Lebens verbrachte er in Berlin.
Moses Mendelssohn wurde am 6. September 1729 in Dessau geboren und starb am 4. Januar 1786 in Berlin. Er war ein bedeutender jüdischer Philosoph der Aufklärung und gilt als zentrale Figur der sogenannten Haskala, der jüdischen Aufklärungsbewegung. Mendelssohn setzte sich zeitlebens für religiöse Toleranz, die Gleichberechtigung der Juden in der Gesellschaft und die Vereinbarkeit von jüdischer Tradition mit den Idealen der Aufklärung ein. Ab 1743 lebte er in Berlin, wo er zunächst als Hauslehrer arbeitete und später als angesehener Philosoph wirkte. Besonders bekannt wurde er durch seine deutsche Übersetzung der hebräischen Bibel – die sogenannte „Biur“ – und durch sein Werk „Jerusalem“ (1783), in dem er für die Trennung von Religion und Staat eintrat.
Mendelssohn war eng mit Aufklärern wie Gotthold Ephraim Lessing befreundet, der ihm in seinem Drama Nathan der Weise ein literarisches Denkmal setzte. Durch sein Leben und Werk wurde Mendelssohn zu einem Vordenker der jüdischen Emanzipation und prägte das Selbstverständnis des modernen europäischen Judentums nachhaltig.
Weiterführende Informationen:
- Jüdisches Museum Berlin: „Moses Mendelssohn. Kommunikationstalent in einer Zeit des Umbruchs – ‚Wir träumten von nichts als Aufklärung‘“, 2022.
- Mendelssohn Gesellschaft: „Moses Mendelssohn: Der Jude von Berlin“, o.D.
- Stern, Adina: „Moses Mendelssohn – Wegbereiter des emanzipierten Judentums“, 20.05.2021, in Bundeszentrale für politische Bildung.