Nein, nicht alle Juden sind weiß. Die jüdische Gemeinschaft ist ethnisch und kulturell sehr vielfältig und umfasst Menschen verschiedener Hautfarben und Herkunft.
Aschkenasische Juden, die ursprünglich aus Mittel- und Osteuropa stammen, sind wohl die bekannteste Gruppe. Viele von ihnen haben europäische Merkmale und werden oft als weiß wahrgenommen. Doch daneben existieren zahlreiche andere jüdische Gemeinschaften. Viele israelische Juden stammen aus dem Nahen Osten und Nordafrika, sie lebten vor ihrer Flucht bzw. Vertreibung in Ländern wie dem Irak, dem Iran, Syrien und Marokko. Die Vielfalt der jüdischen Identität spiegelt die globale Geschichte der Diaspora wider und umfasst Menschen aller Hautfarben und vieler Kulturen. Die ethnische Vielfalt ist besonders in Ländern wie Israel sichtbar, wo Juden aus Europa, Nordafrika, Äthiopien, dem Nahen Osten und anderen Regionen leben.
Viele Aschkenasische Juden, die in Europa und Nordamerika leben, werden von der Gesellschaft als weiß wahrgenommen. Dies ist jedoch eine komplexe und oft umstrittene Einordnung, da Juden historisch in Europa nicht immer als „weiß“ oder als Teil der Mehrheitsgesellschaft galten und gelten. Antisemitismus und Rassendiskriminierung haben Juden oft ausgegrenzt und sie als „anders“ dargestellt, unabhängig von ihrer Hautfarbe.
Weiterführende Informationen:
- Cazés, Laura & Ott, Monty: „Welche Farbe haben Juden?“, 20.01.2020 in Jüdische Allgemeine.
- Grigat, Stephan: „Flucht und Vertreibung von Juden aus den arabischen Ländern“, 26.11.2020, in Bundeszentrale für politische Bildung.
- Rabbinerin Solomin, Rachel M.: „Sephardic, Ashkenazic, Mizrahi and Ethiopian Jews“, o.D., in My Jewish Learning.