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Was kann ich antworten, wenn ein kleines Kind mich fragt: „Warum hassten die Nazis die Juden?“

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Die Nazis suchten eine Gruppe, die sie hassen konnten, um sich selbst wichtiger und besser zu fühlen. Jüdinnen und Juden waren schon durch die Geschichte hinweg immer wieder ausgegrenzt und verfolgt worden – darum fiel es auch den Nazis leicht, Lügen über sie zu erzählen und Hass zu schüren.

Eine ausführlichere Antwort könnte so aussehen:

„Die Nazis glaubten an eine schlimme und falsche Idee, nämlich, dass nicht alle Menschen gleich viel wert seien. Insbesondere auf die Juden hatten sie es abgesehen. Die Nazis gaben den Juden die Schuld für alle Probleme, obwohl diese nichts falsch gemacht hatten. Es war sehr ungerecht. Der Hass auf Juden war ein wichtiger Teil von dem, was die Nazis dachten und glaubten. Sie wollten eine Welt, in der jüdische Menschen keinen Platz mehr haben. 

Um andere Menschen von ihrer Idee zu überzeugen, erzählten die Nazis viele Lügen. Jüdinnen und Juden stellten sie als gefährlich und hinterlistig dar. Schon im Mittelalter wurden Lügen über Juden erzählt, zum Beispiel, dass sie an schlimmen Krankheiten schuld seien. Deshalb war es für die Nazis einfacher, andere Menschen vom Mitmachen zu überzeugen. Dies führte dazu, dass Juden in Deutschland und Europa beschimpft, ausgeschlossen, vertrieben und ermordet wurden – nur, weil sie Juden waren. 

Aber nicht nur Juden wurden von den Nazis gehasst. Die Nazis verfolgten auch viele andere: zum Beispiel Menschen mit Behinderung, Sinti und Roma, und Männer, die Männer liebten. Alle, die nicht in das Weltbild der Nazis passten, wurden schlecht behandelt oder ermordet.“

Jede Antwort auf diese komplexe Frage sollte einen Austausch mit dem Kind fördern, der Raum für Fragen und Gefühle lässt. Kinder sind oft sehr empfänglich für Ungerechtigkeit und Mitgefühl – gerade deshalb sollte man ihnen die Möglichkeit geben, das Gehörte einzuordnen und nachzufragen. Auch wenn der Nationalsozialismus in Deutschland bislang kein Teil des Grundschullehrplans ist, wissen viele Kinder bereits etwas über die Zeit, zum Beispiel durch Medien, Gespräche oder spontane Eindrücke wie Hakenkreuz-Schmierereien im Stadtbild. 

Die österreichische Bundesregierung hat deshalb 2021 vorgeschlagen, bereits in der Volksschule über den Nationalsozialismus zu sprechen. Dies bestätigt auch die Forschung: Grundschulkinder haben bereits konkrete Vorstellungen zur NS-Zeit und zur Schoah. Es ist daher wichtig, das Thema nicht zu tabuisieren, sondern kindgerecht und behutsam aufzugreifen. Unter weiterführende Informationen befinden sich weitere Materialien zu der Frage, wie man altersgerecht mit Kindern über den NS sprechen kann.

Weiterführende Informationen:

Fragen und Antworten

Fragen gegen Hass, Diskriminierung und Unwissen

Die 20 Hauptfragen und -antworten der Kampagne Fragemauer wurden von ELNET als Kampagne von Nichtjuden für Nichtjuden gemeinsam mit anderen Partnern und einem unabhängigen Beratungsgremium, dem verschiedenste jüdische wie nichtjüdische Stimmen angehören, abgestimmt. Alle darüber hinausgehenden, auf dieser Website veröffentlichten Fragen und Antworten werden alleinig von ELNET beantwortet und verantwortet.

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Mit Unterstützung verschiedener Medienpartner und dem Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben und dem Kampf gegen Antisemitismus Dr. Felix Klein sammeln, veröffentlichen und beantworten wir Fragen zum Judentum. Wir wollen damit Wissen, Verständnis und Nähe schaffen und gegen Hass, Diskriminierung und Unwissen antreten.

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