Das Judentum hat grundsätzlich kein Problem mit der Integration wissenschaftlicher Erkenntnisse. Zur Vereinbarkeit von Evolutionstheorie und Schöpfungsgeschichte gibt es jedoch unterschiedliche Standpunkte.
Ultraorthodoxe Juden lehnen die Evolutionstheorie größtenteils ab und erklären die Entstehung der Welt und des Menschen anhand der biblischen Schöpfungsgeschichte.
Viele jüdische Stimmen sehen jedoch in beiden Theorien Parallelen. So argumentierte der deutsche Rabbiner Samson Raphael Hirsch bereits im 19. Jahrhundert, dass beide einen graduellen Prozess darstellen, in dem einfache Organismen sich zu komplexeren entwickeln und dass jeder Schritt der biblischen Schöpfung als ein Stadium der Evolution interpretiert werden kann.
Der Punkt, an dem Schöpfungsgeschichte und Evolutionstheorie voneinander abweichen, ist die Intention der Entstehung. Während die Evolutionstheorie davon ausgeht, dass die Entwicklung von Organismen durch Rahmenbedingungen und natürliche Selektion vorangetrieben wird, weist die Schöpfungsgeschichte ihr eine tiefere Bedeutung zu.
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