Die Tora ist ein Bestandteil des Tanach, kann aber auch für sich stehen. Beide Schriften sind für die jüdische Religion zentral. Sie unterscheiden sich von der christlichen Bibel und dem Koran etwa in ihrer Zusammensetzung und Überlieferung.
Die Tora umfasst die fünf Bücher Mose, gilt als der heiligste Text im Judentum und enthält wichtige Erzählungen, Gesetze und Gebote, die das jüdische Leben bestimmen. Der Tanach umfasst neben der Tora auch die Bücher der Propheten und die Schriften. Die Tora ist mit den fünf Büchern Mose auch in der christlichen Bibel (im Alten Testament) enthalten. In der christlichen Bibel ist zudem das Neue Testament ergänzt, das von Jesus und seinem Wirken berichtet.
Obwohl die Tora, der Tanach, die christliche Bibel und der Koran teilweise gemeinsame Wurzeln haben, unterscheiden sie sich stark in ihrer Entstehung, Rezeption und Interpretation. Die Bibel, inklusive der Tora, entstand über Jahrhunderte hinweg und wurden von zahlreichen Autoren geschrieben. So enthalten viele Schriften der Bibel und der Tora Informationen über die Lebensumstände der Autoren aus ihrer jeweiligen individuellen Perspektive. Anders der Koran: Er wird von gläubigen Muslimen als die wörtliche und herabgesandte Offenbarung Gottes im Himmel verstanden. Empfänger dieser Offenbarung ist im islamischen Verständnis der Prophet Mohammed. Während es im Christentum heute üblich ist, die Bibel und Gebete in regionale Sprachen zu übersetzen, werden die Gebete des Korans auf Arabisch und der jüdischen Schriften oft auf Hebräisch verlesen und studiert.
Weiterführende Informationen:
- Deutschlandfunk Kultur „Die Bedeutung des Korans und der Thora“, 28.07.2014.
- Jeising, Thomas und Prof. Dr. Thomas Schirrmacher: „Das Inspirationsverständnis von Bibel und Koran: ein tabellarischer Vergleich“, 22.03.2021, in Bibelbund e.V.
- Jewish Chamber Orchestra Munich: „Tora, Tanach und Talmud – die heiligen Schriften des Judentums“, 2024.