Trotz einiger kontroverser Regierungsmitglieder in der 25. Knesset ist ein Dialog mit den demokratischen Kräften innerhalb der israelischen Regierung über Antisemitismus nicht nur möglich, sondern auch essenziell. Israel nimmt als einziger jüdischer Staat auf der Welt eine besondere Verantwortung im globalen Kampf gegen Antisemitismus auf sich.
Israel fungiert nicht nur als Zufluchtsort für von Antisemitismus bedrohte Jüdinnen und Juden weltweit, sondern setzt sich auch für deren Sicherheit in der Diaspora ein. Dieses Engagement geht nicht zuletzt aus der historischen Erfahrung der Shoah hervor, als es Israel noch nicht gab und nur wenige Staaten Juden Schutz vor systematischer Vernichtung boten, während viele andere mit Nazi-Deutschland kollaborierten.
Seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem folgenden Krieg ist Antisemitismus global wieder auf dem Vormarsch. Immer häufiger werden Entwicklungen im Nahen Osten zum Vorwand genommen, um Jüdinnen und Juden weltweit anzugreifen. Umso wichtiger ist es, den internationalen Austausch mit Israel zu suchen, um Antisemitismus weltweit effektiver zu bekämpfen.
Dabei darf nicht vergessen werden, dass Israel zwar eine besondere Rolle in der Antisemitismusbekämpfung auf sich nimmt, jedoch die jeweiligen Nationalstaaten dafür verantwortlich sind, die Sicherheit ihrer jüdischen Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten.
Weiterführende Informationen:
- Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus: „3D-Regel“, o.D.
- Frey, Eric: „Antisemismus-Beauftragte: ‚Israel ist der Jude unter den Nationen‘“, 17.12.2024, in Der Standard.
- Thaidigsmann, Michael: „Koscherstempel bei Antisemitismus-Konferenz?“, 18.03.2025, in Jüdische Allgemeine.
- Wolfskämpf, Vera: „Antisemitismus in Deutschland nimmt zu“, 24.01.2024, in Tageschau.