EURE FRAGE

Wieso geben ultraorthodoxe jüdische Männer Frauen nicht die Hand?

FRAGEN TEILEN
UNSERE ANTWORT

Unter strengreligiösen Juden gilt es als unsittlich, gefühlsbetonten Körperkontakt mit dem anderen Geschlecht zu haben. Darunter fällt für viele strengreligiöse Juden auch der Handschlag mit Frauen, der deswegen vermieden wird.

Für (ultra)orthodoxe Juden ist es ein Gebot der Sittlichkeit, das jeweils andere Geschlecht nicht gefühlsbetont zu berühren. Von diesem Gebot ausgenommen sind lediglich die Ehepartner sowie nahestehende Familienmitglieder wie Eltern und Geschwister. Viele strengreligiöse jüdische Männer und Frauen reichen deswegen (einander) zur Begrüßung nicht die Hand. 

Dieses Prinzip soll nicht nur sexuelle Annäherung verhindern, sondern gründet sich auch auf der Vorstellung ritueller Reinheit. Nach dem jüdisch-religiösen Recht gelten Frauen während ihrer Menstruation sowie einer unbestimmten Zeit danach als niddah (rituell unrein). Diese Regelung wirkt bis heute auf bestimmte Verhaltensnormen wie eben die Vermeidung von Berührungen ein. Wichtig zu verstehen ist, dass es dabei seitens des ultraorthodoxen Mannes nicht um eine Bewertung der Frau geht, sondern um die Einhaltung persönlicher spiritueller Reinheit sowie Selbstdisziplin.

Auch gibt es innerhalb der orthodoxen Welt unterschiedliche Auslegungen und praktische Handhabungen. Während einige Jüdinnen und Juden grundsätzlich jede Berührung mit dem anderen Geschlecht vermeiden, sehen andere beispielsweise in beruflichen Interaktionen oder medizinischen Situationen kein Problem.

Besteht die Vermutung, dass eine Person streng jüdisch-religiös ist, kann es ratsam sein, einen respektvollen Abstand zu wahren und nur verbal zu grüßen. Auch ist es möglich, nachzufragen, ob die Person „schomer negia“, das Konzept der Achtsamkeit bezüglich Berührung, einhält.

Weiterführende Informationen:

Fragen und Antworten

Fragen gegen Hass, Diskriminierung und Unwissen

Die 20 Hauptfragen und -antworten der Kampagne Fragemauer wurden von ELNET als Kampagne von Nichtjuden für Nichtjuden gemeinsam mit anderen Partnern und einem unabhängigen Beratungsgremium, dem verschiedenste jüdische wie nichtjüdische Stimmen angehören, abgestimmt. Alle darüber hinausgehenden, auf dieser Website veröffentlichten Fragen und Antworten werden alleinig von ELNET beantwortet und verantwortet.

Herz
Zur Antwort
Zur Antwort
Zur Antwort
Spielen Israelis auch die Reise nach Jerusalem?
Zur Antwort
Tragen jüdische Babys eine Kippa?
Zur Antwort
Zur Antwort
Ist der Bagel eine jüdische Erfindung?
Zur Antwort
Zur Antwort
Zur Antwort
Zur Antwort
Wer, was oder wo ist Jom Kippur?
Zur Antwort
Zur Antwort
Zur Antwort
Zur Antwort
Zur Antwort
Zur Antwort
Es sind keine weiteren Fragen vorhanden

Weitere Fragen gegen Hass

Ist Israel ein Apartheidstaat?
Was heißt koscher?
Hat Gott im Judentum einen Namen?
Warum sitzen in der Synagoge Frauen und Männer getrennt?
Was sagen die heiligen jüdischen Schriften zum Umgang mit Andersgläubigen?
Wie steht das Judentum zu Schwangerschaftsabbrüchen?
Wieso leben so viele Israelis in Berlin?
Weshalb ist ein Davidstern auf der Flagge Israels?
Warum betonen viele jüdische Menschen, dass sie Juden sind? Ich sage zu anderen Personen nicht, dass ich Christ bin.
Wie alt ist die Klagemauer? Wie alt ist der Felsendom?
Wie werden Juden beerdigt?
Wer war David Ben-Gurion?
Nach der IHRA-Definition ist es antisemitisch, die Existenz des Staates Israel ein rassistisches Unterfangen zu nennen. Wie darf ich dann Ben-Gvir und Smotrich kritisieren, die eine rassistische Politik fordern?
Die koscheren Essenregeln werden von vielen Juden individuell angepasst - ist das richtig? Welches ist die am schwierigsten einzuhaltende Regel, z.B. in Deutschland?
Wie genau geschah die Gründung des Staates Israel?
Was ist der Unterschied zwischen Zionisten und Juden?
Warum ist das Judentum keine missionierende Religion?
Warum ist Schabbat am Samstag?
Darf eine praktizierende Jüdin einen Muslim heiraten?
Wie antisemitisch ist die Klimabewegung?
Stellen Juden auch Weihnachtsbäume auf?
Was ist ein Kibbuz?
Wer oder was ist eigentlich ein Dreidel?
Wieso ist Israel beim Eurovision Song Contest dabei?
Gelten religiöse Bekleidungsvorschriften auch für jüdische Kinder?
Wo beten Juden, wenn sie keine Synagoge haben?
Wo kommt der Begriff Itzig her?
Kann ich als Nichtjude ein Schmuckstück mit Davidstern zum Zeichen meiner Solidarität mit Israel tragen, oder empfinden Juden dies im Sinne kultureller Aneignung als unangemessen?
Warum gelten Frauen an bestimmten Tagen als „unrein“ und was dürfen sie in dieser Zeit nicht tun?
Wie geht der jüdische Glaube mit Schuld/Sünde um? 
Gab es Juden in der DDR?
Kann man zum Judentum konvertieren?
Sind alle Juden reich?
Ist es überhaupt möglich, sich mit der derzeitigen israelischen Regierung über Antisemitismus zu unterhalten?
Kann man aus dem Judentum austreten? 
Ist es okay, einen Juden zum Jüdischsein zu befragen?
Können Juden Weihnachten feiern?
Wer hat die Sufganiyot erfunden?
Was sind Stolpersteine?
Wieso sind eigentlich so viele Juden Comedians?
Wie oft spricht man in jüdischen Familien heute noch über die Shoah?
Warum klingen viele jüdische Namen deutsch?
Was sah der Beschluss der UN für die in Israel ansässige arabische Bevölkerung vor?
Sind alle jüdischen Männer beschnitten?
Seit wann gibt es Juden in Deutschland?
Steht in der Tora, dass Araber und Juden Brüder sind?
Ist Jüdischsein eine Religion oder eine Nationalität?
Wie können jüdische Patienten kultursensibel behandelt werden?
Es sind keine weiteren Fragen vorhanden
Eine Initiative von ELNET

Die Fragemauer

Mit Unterstützung verschiedener Medienpartner und dem Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben und dem Kampf gegen Antisemitismus Dr. Felix Klein sammeln, veröffentlichen und beantworten wir Fragen zum Judentum. Wir wollen damit Wissen, Verständnis und Nähe schaffen und gegen Hass, Diskriminierung und Unwissen antreten.

Schalömchen
Folge uns

Unsere Social Media Kanäle

Hütchen
Spenden

Unterstützen Sie unsere Arbeit

Wir würden uns sehr freuen, wenn auch Sie unsere Arbeit unterstützen würden. ELNET ist als gemeinnützig anerkannt. Ihre Spende ist entsprechend steuerrechtlich abzugsfähig.

Spenden

Unterstützen Sie unsere Arbeit

Wir würden uns sehr freuen, wenn auch Sie unsere Arbeit unterstützen würden. ELNET ist als gemeinnützig anerkannt. Ihre Spende ist entsprechend steuerrechtlich abzugsfähig.