Was sagen die heiligen jüdischen Schriften zum Umgang mit Andersgläubigen?
Da das Judentum keine missionierende Religion ist, gibt es keine konkret vorgeschriebenen Umgangsformen mit Andersgläubigen. Andere Religionen sowie Glaubensgemeinschaften sind in ihrem Wesen zu akzeptieren. Anders als im Christentum oder im Islam, sieht das Judentum keine Missionierung Andersgläubiger vor. Nach jüdischer Auslegung, können auch Nichtjuden Gott anerkennen und somit einen Anteil an der kommenden Welt […]
Wie geht der jüdische Glaube mit Schuld/Sünde um?
Im Judentum hat jeder Mensch stets die Möglichkeit, um Verzeihung zu bitten und „Teschuwa“ zu machen. Anders als im Christentum, gibt es keine priesterliche Instanz, sodass jedem Menschen offensteht, sich jederzeit direkt an Gott zu wenden und um Verzeihung für seine Vergehen zu bitten. Dabei spielt das Konzept der „Teschuwa“ (zu deutsch „Buße“ oder „Umkehr“) […]
Stimmt es, dass man einen Rabbi nicht berühren darf und warum?
Dies kommt auf den Rabbi an und bezieht sich auf den Händedruck zwischen Mann und Frau. Auch wenn dieser nicht streng verboten ist, vermeiden ihn viele orthodoxe Juden im Alltag. Viele orthodoxe Juden (nicht nur Rabbiner!) folgen dem Brauch „Schomer Negia“ (zu deutsch „Achtsamkeit bzgl. Berührung oder Kontakt“). Das bedeutet, dass man körperliche Berührungen mit […]
Dürfen jüdische Grabstätten/Friedhöfe aufgelöst werden?
Nein. Viele jüdische Strömungen glauben an eine Auferstehung der Toten. Aus diesem Grund sind jüdische Grabstätten und Friedhöfe heilig und dürfen grundsätzlich nicht aufgelöst werden. Friedhöfe werden im Judentum nicht als Ort des Todes, sondern im Gegenteil, als Ort der Ewigkeit („Beit Haolam“) oder auch als Ort des ewigen Lebens („Beit Hachajim“) bezeichnet. In jüdischer […]
Hat Gott im Judentum einen Namen?
Gott hat im Judentum einen Namen, allerdings wird dieser nicht ausgesprochen. Der Name Gottes wird in der Tora 6828-mal erwähnt und auf hebräisch als Tetragramm יהוה geschrieben. Dies entspricht den lateinischen Konsonanten JHWH. Aufgrund der Heiligkeit des Gottesnamen, war es jedoch verpönt den Namen Gottes zu sprechen. Nur der Hohepriester des Jerusalemer Tempels wusste aus diesem Grund […]
Warum ist Schabbat am Samstag?
Nach dem jüdischen Kalender beginnt die Woche mit dem Sonntag, was den Samstag zum siebten und letzten Tag macht. Das ist der Tag, an dem Gott laut der Schöpfungsgeschichte ruhte. Daraus ergibt sich für alle monotheistischen Religionen das Gebot, den siebten Tag der Woche als Ruhetag zu befolgen und keine Arbeit zu verrichten. Gleichzeitig wird […]
Kann man aus dem Judentum austreten?
Da das Judentum nicht nur eine Religion, sondern auch Ethnie ist, kann man zwar aus der Synagoge austreten, aber nicht aus der Volksgemeinschaft. Der Austritt aus einer jüdischen Gemeinde oder die Zuwendung zu einer anderen Religion ist selbstverständlich möglich. Doch nach jüdischem Religionsgesetz (Halacha) gilt jeder Mensch mit jüdischer Mutter zeitlebens als Jude oder Jüdin. […]
Warum sitzen in der Synagoge Frauen und Männer getrennt?
Die getrennte Sitzordnung von Frauen und Männern in manchen Synagogen ist eine Tradition, die auf die Thora zurückgeht und dazu dient, Ablenkungen während des Gottesdienstes zu vermeiden. Nach den Regeln der Halacha ist das gemeinsame Gebet mit Minjan – also einer Gebetsgemeinschaft von mindestens zehn Männern – für Männer verpflichtend. Für Frauen hingegen ist das […]
Kann man jüdisch und kurdisch sein?
Ja, es gibt kurdische Juden. Jüdische Kurden, auch Kurdistan-Juden genannt (hebräisch יהדות כורדיסתאן, kurdisch Kurdên cihû) sind Jüdinnen und Juden, die seit Jahrhunderten im Gebiet Kurdistan lebten. Kurdistan ist eine geografische und kulturelle Region im Nahen Osten, die sich über Teile der Türkei, des Irak, Irans und Syriens erstreckt und vor allem von Kurden bewohnt […]
Spielt die Mädchenbeschneidung im Judentum (irgendwo auf der Welt) eine Rolle?
Grundsätzlich nein, mit Ausnahme einer kleinen Gruppe äthiopischer Juden. Mädchenbeschneidung, genauer gesagt die weibliche Genitalverstümmelung (FGM), ist kein Bestandteil des Judentums. Sie wird weder in der Tora erwähnt noch religiös vorgeschrieben. Im Gegenteil: Das Judentum legt großen Wert auf den Schutz des Körpers, und körperliche Verstümmelungen gelten als unvereinbar mit religiösen Grundsätzen. Allerdings gibt es […]